Mein Kamera-Setup für extreme Bedingungen
- Jaroslav Barbic

- vor 11 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
„Je weniger Technik Aufmerksamkeit fordert, desto mehr bleibt für das Wesentliche.“
Kein Platz für Kompromisse
Mein Kamera-Setup für extreme Bedingungen ist überschaubar. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn wenig Spielraum bleibt: Im Felsen, Eis, bei Nässe und Sturm. Manchmal schlägt die Sonne brutal auf einen nieder, manchmal sind es Minusgrade, bei denen selbst einfache Handgriffe schwerfallen. Die Kamera kommt dabei zwangsläufig nah an den Felsen, wird angeschlagen, nass oder voller Staub. Ich muss mich auf meine eigene Sicherheit und des Partners konzentrieren können und mir keine Gedanken über empfindliche Technik machen müssen. Meine Essentials sind deshalb bewusst reduziert. Eine Kamera, ein Objektiv, eine solide Befestigung am Schultergurt und ein paar kleine Werkzeuge, die im Alltag schnell vergessen gehen. Meine Anforderungen an ein Kamerasystem sind simpel, haben aber kein Platz für Kompromisse: Es muss robust, wetterfest und zuverlässig sein. Gerade in minimalistischen Landschaften wie Schnee, Eis oder Nebel ist mir zudem eine saubere, differenzierte Farbwiedergabe wichtig. Wenn die Umgebung reduziert ist, entscheiden Nuancen.

Wie ich zu Fujifilm gekommen bin
Meine erste Coolpix kaufte ich mir mit zwölf. Später, mit siebzehn, investierte ich mein erstes eigenes Geld in eine DSLR mit 46 Megapixeln. Damals liess ich mich stark von Zahlen, Technikmagazinen und Marketing leiten, ohne wirklich etwas davon zu verstehen. Erst als ich begann, die Kamera regelmässig mit in die Berge zu nehmen, änderte sich mein Blick. Gewicht wurde relevant, Robustheit, Wetter und Handhabung. Ich habe angefangen mir Gedanken zu machen, was ich wirklich brauche und was zu mir passt, statt was ich sonst noch alles haben könnte. Bei Fujifilm bin ich wegen des Gesamtkonzepts fündig geworden. Die X-Serie ist leicht, robust und auf den realen Einsatz ausgelegt. Die Auswahl an eigenen, wetterresistenten Objektiven gibt mir die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln, ohne das System wechseln zu müssen. Das ist ein entscheidender Punkt. Wenn man sich einmal für ein System entscheidet, wird ein späterer Wechsel teuer zu kosten kommen. Nicht nur finanziell, sondern auch mental. Objektive, Zubehör, Arbeitsweise – all das wächst mit der Zeit. Umso wichtiger ist es, früh ein System zu finden welches langfristig zu einem passt.
Mein konkretes Kamera-Setup für extreme Bedingungen
Im Kern ist mein Setup schnell erklärt. Im Zentrum steht die Fujifilm X-Pro3. Sie ist kompakt, robust gebaut und auf das Wesentliche reduziert. Kein überladenes Gehäuse, keine Ablenkung. Beim Klettern kommt sie mir nicht in die Quere, sie trägt kaum auf und hält auch dann durch, wenn die Bedingungen alles andere als angenehm sind. Ich habe sie bei Minusgraden, im Schneefall und bei Nässe eingesetzt – ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob sie den Tag überlebt. Dazu kommt mein meistgenutztes Objektiv, das Fujinon XF 23mm f/1.4 R LM WR. Es war meine erste Linse im System und ist bis heute mein Favorit. Leicht, lichtstark, wetterfest. Gerade draussen schätze ich die Einfachheit einer Festbrennweite: weniger Entscheidungen, mehr Fokus. Damit die Kamera nicht im Rucksack verschwindet, ist sie über den Peak Design Capture Clip an meinem Schultergurt befestigt. Beim Klettern oder auf steilen Passagen ist das entscheidend. Die Kamera ist griffbereit, ohne zu stören. Der Clip hält zuverlässig, muss aber bei sehr aktiven Tagen am Berg nachgezogen werden. Deshalb habe ich immer einen kleinen Schraubschlüssel dabei. In meinem kleinen Etui befinden sich ausserdem ein Lenspen von Hama, um Schmutz oder Staub von der Frontlinse zu entfernen, sowie meine Kopfschmerztabletten. Konzentration und Anstrengung fordern irgendwann ihren Tribut. Ein weiteres Detail, das ich nicht missen möchte, ist die Gegenlichtblende. Sie reduziert Lens Flares und hat meine Linse schon mehr als einmal vor direktem Felskontakt bewahrt.
· Fujifilm X-Pro3
· Fujinon XF 23mm f/1.4 R LM WR
· Peak Design Capture Clip
· Schraubschlüssel
· Hama Lens-Pen
Der erste Härtetest
Der Dom, höchster Berg der mit 4'545 m ü. M.vollständig auf Schweiz Boden liegt und der erste Härtetest meines Set-Ups. Es war ein Tag draussen, hoch oben, mit allem was dazugehört. Langer Zustieg, kalte Finger, dünne Luft, Konzentration auf jeden Schritt. Stundenlang nur Bewegung, Rhythmus, Atmung, der Blick geht nach vorn gerichtet. Momente kommen und gehen – ein Grat, ein Schatten im Schnee, ein kurzer Stillstand, bevor es weitergeht. Irgendwann steht man oben und wird vom eisigen Wind begrüsst. Ein paar dieser Momente sind geblieben. Fragmente eines Tages, festgehalten unterwegs.






























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