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Warum dein Hotel oder deine Destination mehr als schöne Bilder braucht – Was echte Bildsprache ausmacht

  • Autorenbild: Jaroslav Barbic
    Jaroslav Barbic
  • 23. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Diesen Satz hört man oft – besonders in der Hotellerie und im Tourismus. Und ja, Bilder sagen viel. Doch die entscheidende Frage ist: Was genau sagen sie? Und: Wird das Bild überhaupt richtig eingesetzt? In der Kommunikation moderner Hotels und Destinationen reicht es längst nicht mehr, einfach schöne Bilder zu haben. Entscheidend ist, wie diese Bilder wirken, wo sie auftauchen, wen sie ansprechen – und ob sie überhaupt in einem konsistenten Gesamtbild eingebettet sind.


Schönheit allein reicht nicht


Viele Hotels und Tourismusorganisationen investieren in ein professionelles Fotoshooting – das ist grundsätzlich gut. Nur wird danach das Bildmaterial oft unsystematisch verwendet. Einzelne Bilder landen auf der Website, manche bei Booking oder Schweiz Tourismus, andere werden in einer WhatsApp-Gruppe hin- und hergeschickt. Nach einem Jahr weiss niemand mehr, wo die Originaldateien liegen. Neue Mitarbeitende laden verpixelte Versionen hoch, weil sie keine besseren finden. Andere schneiden Instagram-Reels aus PDF-Flyern – und wundern sich über schwache Reichweiten. Gleichzeitig wird die Bildsprache nicht weiterentwickelt. Dabei ist sie ein zentrales Werkzeug, um Emotionen zu transportieren, Zielgruppen zu erreichen und die eigene Positionierung zu unterstreichen.



Strategie schlägt Zufall


Professionelle Fotografie entfaltet ihren vollen Wert nur dann, wenn sie Teil einer durchdachten Kommunikationsstrategie ist. Das beginnt bereits vor dem Shooting:


  • Wer ist eure Zielgruppe? (z. B. Aktivurlauber, Familien, Digital Nomads)

  • Was ist euer USP? (Lage, Authentizität, Rückzug, Tradition)

  • Welche Stimmung wollt ihr transportieren? (z. B. Abenteuerlust, Entschleunigung,

    alpine Eleganz)


Mit diesen Fragen im Gepäck kann der Fotograf gezielt Inhalte planen – statt einfach „schöne Bilder“ zu machen. Gute Fotografen bieten heute mehr als nur Fotos: Sie liefern Bildpakete, strukturierte Übergaben, Beratung zur Verwendung und manchmal sogar Templates für Reels oder Newsletter.


Wichtig dabei: Der Stil des Fotografen muss zum Betrieb oder zur Region passen. Wer auf „Alpine Chic“ setzt, sollte nicht mit knallbunten HDR-Aufnahmen werben.



Häufige Stolperfallen – aus der Praxis


  • Mangelhafte Archivierung: Bilder werden nach dem Shooting schlecht oder gar nicht abgelegt. Neue Mitarbeitende verlieren den Überblick.

  • Unklare Zuständigkeit: Direktion, Marketing und externe Agenturen mischen sich ein, ohne Know-how über Auflösung, Zuschnitt oder CI/CD.

  • Widersprüchliche Plattformauftritte: Website, Booking, Schweiz Tourismus, Social Media – alles wirkt zusammengewürfelt statt abgestimmt.

  • Unrealistische Nutzungsforderungen: Viele Betriebe verlangen uneingeschränkte Nutzungsrechte, ohne den Aufwand oder die Kosten realistisch einzuschätzen.

  • Kein Plan für die Nachnutzung: Statt aus einem Shooting langfristig zu schöpfen, wird nur die Website aktualisiert – und das war’s.


Was gute Bildsprache wirklich ausmacht


Gute Bildsprache ist kein Zufallsprodukt. Sie entsteht, wenn klare Inhalte, strategische Planung und visuelles Storytelling zusammenspielen. Dazu gehört:


  • Vor dem Shooting:

    • Kommunikationsziele klären

    • Shooting auf Touchpoints abstimmen (Website, Insta, Booking, Print etc.)

    • Formate und Formulierungen mitdenken

  • Während des Shootings:

    • Authentische Szenen statt gestellter Posen

    • Unterschiedliche Formate für verschiedene Kanäle

    • Fokus auf Wiedererkennbarkeit statt Klischees

  • Nach dem Shooting:

    • Strukturierte Übergabe (z. B. sortierte Ordner mit Web- und Printversionen)

    • Einbindung in Website, Newsletter, Reels, Kampagnen

    • Klärung der Lizenzen – was darf wann, wo und wie lange genutzt werden?


Fazit


Ein gutes Bild allein reicht nicht. Entscheidend ist, wofür es steht – und wie es genutzt wird. Wer Bilder ziellos einsetzt, verliert nicht nur Reichweite, sondern auch Authentizität.

Besser: Weniger Plattformen, dafür konsistent. Lieber gezielt geplant, statt breit gestreut. Und vor allem: Kommunikation nicht als Nebenprodukt sehen, sondern als integralen Bestandteil des Gasterlebnisses – sei es in der Unterkunft oder auf einer Destination.



Was bleibt


  1. Bilder sind kein Selbstzweck – sie müssen in eine klare Kommunikationsstrategie eingebettet sein.

  2. Corporate Design & Bildsprache gehören zusammen. Widersprüche wirken unprofessionell.

  3. Gute Bilder sind eine Investition. Wer sie richtig plant und nutzt, holt viel mehr heraus.

  4. Nicht jedes Bild muss überall eingesetzt werden. Zielgerichtete Nutzung spart Zeit und Geld.

  5. Ein Fotograf ist kein Lieferant – sondern ein kreativer Partner. Wer ihn früh einbindet, bekommt bessere Resultate.

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